Selbstschutz in der Krise

Krisenzeiten, wie wir sie heute erleben, setzen jedem von uns zu. Allerdings nimmt jeder eine Krise anders wahr. Der eine will sie nicht wahrhaben, Verdrängung ist hier das Stichwort. Der andere bagatellisiert das Ganze: „Ach, so schlimm wird es schon nicht sein.“. Die dritte Variante ist die der Überreaktion mit überzogenen Ängsten und Panik. Egal welche dieser Reaktionen auf einen zutreffen, sie haben alle nur einen Zweck: Selbstschutz.

Besonders betroffen sind wir Hochsensiblen, die Probleme haben, sich von den Ängsten der anderen Menschen abzugrenzen.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass es mir nicht gut tut täglich die Nachrichten zu schauen, zu hören oder zu lesen. Allein die schiere Menge an neuen Informationen, die über den Tag hinweg auf allen möglichen Kanälen auftauchen, stellen für mich eine derartige Überforderung dar, dass ich an gar nichts anderes mehr denken kann.

Daher habe ich für mich entschieden, meinen Nachrichtenkonsum drastisch einzuschränken – aus Selbstschutz.

Neben der Informationsflut durch die Medien, fällt es mir gerade auch sehr schwer mich nicht von den Gesprächen meiner Mitmenschen herunterziehen zu lassen. Es scheint, dass es momentan kein andere Thema mehr gibt, als diese Krise. Viele spekulieren wild herum und „haben Gerüchte gehört, dass…“. Ich möchte von alldem nichts hören, weil es mir nicht gut tut. Ich habe gemerkt, dass meine mentale Gesundheit darunter leidet, wenn ich mich in diesen Sumpf von Fehlinformationen und Verschwörungstheorien begebe und mich nicht ordentlich abgrenzen kann. Daher ist momentan erst einmal Abstinenz angesagt. Abstinenz von zu vielen Medien und Spekulationen.

Dann ist da noch diese Sache mit der Feinfühligkeit…

Ich habe den Eindruck, dass egal ob durch die Medien oder im direkten Gespräch, die Ängste der Menschen fast schon zum Greifen sind. Zu Beginn fiel es mir noch leichter diese nicht so sehr an mich heran zu lassen, als es noch so etwas wie einen normalen Alltag gab. Allerdings merke ich gerade, dass mir die Flut an Emotionen mittlerweile zu viel wird – zu viele Sorgen, Ängste, Wut, Frustration,…es scheint als ob sie mich überschwemmen, wie eine Welle, der ich nicht ausweichen kann. Sich auch hier gut abzugrenzen ist sehr wichtig. Da kommt einem „Social Distancing“ fast schon recht, weil es die Menschen dazu anhält Abstand zu halten. Für mich bedeutet es allerdings nicht nur körperliche Distanz zu wahren, sondern auch den Austausch an der ein oder anderen Stelle etwas einzudämmen – auch wieder aus Selbstschutz.

Ich brauche im Moment viel Zeit für mich, noch mehr als sonst.

Der soziale Rückzug ist daher fast schon überlebensnotwendig für mich – und bestimmt auch für viele andere sensible Meschen. Was mir zusätzlich hilft, sind positive Gedanken, was wir aus dieser Krise lernen können. Die Zeit, die uns gerade geschenkt wird, können wir auch für produktive Dinge nutzen. Wir müssen stark bleiben in Krisenzeiten – das bedeutet natürlich auch die Sorgen und Ängste zuzulassen, die aufkommen, sie anzuerkennen anstatt sie zu verdrängen – sie aber auch nicht unnötig zu überdramatisieren. Daher ist es umso wichtiger, dass wir uns die Zeit nehmen, uns ganz bewusst um unsere Selbstfürsorge und Psychohygiene zu kümmern, damit wir das ganze unbeschadet durchstehen können. Denn das sind wir uns wert und der Gesellschaft schuldig – jeder einzelne von uns. 

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