Du bist was du fühlst

Es hilft mir sehr, über meine Gedanken und Gefühle zu sprechen, sie aufzuschreiben und aufzudröseln. So komme ich an den Kern der Sache heran. Manchmal ist da die Angst davor nicht gesehen und geliebt zu werden. Manchmal ist da die Schuld und macht mir große Vorwürfe. Manchmal schäme ich mich in Grund und Boden und manchmal könnte ich platzen vor Wut. Angst, Schuld, Scham und Wut sind ganz natürliche Emotionen. Sie beschützen uns vor gefährlichen Situationen und falschen Entscheidungen. Wenn sie aber zu laut werden, dann blockieren sie uns. Wenn sie nicht mehr da sind, verlieren wir die Orientierung. Es geht um die Balance unserer Gefühle – die guten wie die schlechten.

Unsere Aufgabe ist es, immer wieder das Gleichgewicht herzustellen.

Man kann sich das wie ein Pendel vorstellen, das hin und her schwingt. Es gibt Situationen, da schlägt das Pendel ganz extrem in die eine Richtung aus, z.B. wenn wir getriggert und mit unserer Urangst konfrontiert werden. Es kann aber auch in die andere Richtung ausschlagen und uns pure Lebensfreude spüren lassen. Dazwischen gibt es alle möglichen anderen Formen, je nachdem wie stark das Pendel ausschlägt – mal mehr und mal weniger.

Wenn das Pendel still steht, dann bedeutet das, dass keine Emotionen mehr da sind.

Eine Depression zeichnet sich v.a. dadurch aus, dass man sich innerlich leer fühlt. Weder Freude, noch Trauer können die Betroffenen dann noch spüren. In meinen Augen schützt der Körper sich in diesem Fall von zu starken und zu vielen Emotionen, die er nicht mehr verarbeiten kann. Daher ist die Gefahr bei hochsensiblen Menschen höher eine psychische Erkrankung, wie z.B. eine Depression zu entwickeln, wenn sie sich nicht bewusst mit ihren Gefühlen und Emotionen auseinander setzen.

Wir möchten daher, dass das Pendel in Bewegung bleibt – und zwar in beide Richtungen.

Denn nur, wenn es in die eine Richtung ausholt, kann es auch wieder in die andere Richtung zurück schwingen. Wo Trauer ist, ist auch Freude möglich. Wenn Angst da ist, kann man mutig sein. Wer Schuld fühlt, kann auch vergeben. All das gehört zum Leben dazu! Alle Aspekte unserer Emotionen erfüllen einen Zweck. Sie helfen uns die richtige Richtung im Leben einzuschlagen. Die Angst sagt: Vorsicht, da ist etwas Neues und Unbekanntes. Die Schuld sagt: Da solltest du mal genauer hinschauen. Die Scham sagt: Hier darfst du dich verletzlich zeigen. Die Wut sagt: Hier ist deine Grenze. Die Freude zeigt mir meinen Weg auf und die Liebe, was mir im Leben wirklich wichtig ist.

Ich möchte daher allen meinen Gefühlen dafür danken, dass sie da sind.

Ich möchte ihnen von nun an noch mehr Aufmerksamkeit schenken, ihnen zuhören, was sie mir zu sagen haben. Ich will achtsamer mit mir sein und meine feinfühlige Seite umso mehr dafür nutzen, mein Leben danach auszurichten, dass es sich richtig anfühlt – mit allen Aspekten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s