Selbstwert im Job

Kennst du deinen Selbstwert im Job? Ich kannte ihn lange Zeit nicht. Viele Erfahrungen, die ich im Arbeitsalltag machte, brachten mich immer wieder an meine Grenzen und ließen mich an mir selbst zweifeln. Ich fragte mich, ob ich zu empfindlich und einfach nicht belastbar genug für diese Arbeitswelt bin. Das Problem war, dass mein Umfeld mich schließlich genauso wahrnahm, weil ich eine gewisse Unsicherheit ausstrahlte. Wer seinen Selbstwert nicht selbst anerkennt, kann auch nicht erwarten, dass das Umfeld es für einen tut. Wenn ich nicht selbst sehe, was ich alles kann und wo meine Stärken liegen, wie sollen es die anderen dann in mir sehen?

Ich weiß, diese Erkenntnis ist nicht ganz leicht zu verdauen. Es ist viel leichter die Verantwortung an andere abzugeben. Allerdings hilft uns das nicht weiter. Im Gegenteil, man fängt an anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben, dass man nicht gesehen, übergangen oder klein gehalten wird. Frage dich daher: Ist das wirklich wahr? Falls du diese Frage mit „Nein“ beantwortest (und das trifft in den meisten Fällen zu), beantworte dir die nächste Frage bitte ganz ehrlich:

Wie trage ich selbst dazu bei, dass ich mich klein fühle?

Die Antwort kann sehr schmerzhaft sein, ist aber der erste und wichtigste Schritt in die Veränderung. Jahrelang habe ich mich mit meinem Verhalten selbst klein gehalten, indem ich es allen um mich herum Recht machen wollte. Ich versuchte alle zufrieden zu stellen, was in der Realität unmöglich ist. Eigentlich wissen wir das, aber das tiefsitzende Harmoniebedürfnis, das v.a. hochsensible Menschen haben, lässt uns immer wieder in diese Falle tappen. Ich stellte mein Licht immer wieder unter den Scheffel, indem ich mir einredete, dass andere besser, qualifizierter, eloquenter, talentierter, selbstbewusster oder gebildeter seien als ich selbst. Indem ich mir das Tag für Tag einredete, glaubte ich auch feste daran. Es wurde zu meinem täglichen Mantra.

Was kannst du tun, um deinen Selbstwert zu erkennen?

Zunächst einmal habe ich festgestellt, dass ich mich immer mit denjenigen verglich, die gerade in den Punkten besser waren, in denen ich noch an mir arbeiten wollte. Der Vergleich mit anderen ist ohnehin zwecklos, denn jeder Mensch hat andere Veranlagungen, Talente und Erfahrungen in seinem Leben gemacht. Daher habe ich angefangen mich mit mir selbst zu vergleichen. Wo stand ich noch vor 1 Jahr, 3 Jahren, 5 Jahren? Welche Herausforderungen habe ich in dieser Zeit gemeistert und was klappt im Vergleich zu damals mittlerweile schon ganz gut? Wo stand ich beruflich und was habe ich in der Zwischenzeit dazugelernt?

Was kannst du schon gut?

Im nächsten Schritt habe ich mir bewusst gemacht, dass auch ich in bestimmten Dingen schon gut bin. Oft sind es genau die Fähigkeiten, die uns selbst nicht auffallen, weil sie uns so leicht von der Hand gehen. Es hilft daher das Umfeld einmal zu befragen, was sie an einem schätzen und welche verborgenen Talente sie in einem sehen. Mich hat es selbst am Anfang gewundert, dass mir viele die Rückmeldung gaben, dass ich sehr geduldig bin und eine gute Zuhörerin sei. Für mich war das selbstverständlich, aber das ist es nicht…!

Übertrage deine Erkenntnisse auf deinen Job.

Stellst du auf der Arbeit häufig Vergleiche mit Kollegen an, oder fühlst du dich nicht gesehen, weil jemand anderes für das Projekt ausgewählt wurde? Hörst du häufig den Satz, dass du dir ein dickeres Fell zulegen musst und fühlst dich dadurch noch dünnhäutiger? Ich kenne das sehr gut! Überlege doch mal, was dir schon leicht von der Hand geht und wann dich Kollegen um Hilfe bitten. Das sind deine Talente. Das kannst du schon gut! Mache dir das jeden Tag bewusst. Keiner von uns ist perfekt und jeder zweifelt auch mal an sich selbst. Denke aber daran, dass du nicht schlechter, kleiner oder weniger wert bist, nur weil du noch nicht alles perfekt machst oder andere in bestimmten Punkten vielleicht „besser“ sind. Auch du wirst von anderen vielleicht um gewisse Fähigkeiten beneidet, die dir gar nicht bewusst sind. Glaube daher an dich, denn du bist gut so, wie du bist und deine Fähigkeiten werden gebraucht!

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