Wovon träumst du?

Als Kind wollte ich mich nicht festlegen, welchen Beruf ich einmal erlernen wollte. Wenn man mich fragte, was ich werden will, wenn ich „groß bin“, sah die Antwort fast täglich anders aus. Hier ein kleiner Auszug aus meiner Idee vom Erwachsensein: Lehrerin, Tänzerin, Schauspielerin, Sängerin, Tierärztin, Schriftstellerin, Fotografin, Akrobatin, Tiefseetaucherin usw. Heute geht es mir noch ganz genauso! Ich warte ehrlich gesagt immer noch auf die Erleuchtung. Die eine Wahrheit, was ich werden soll, wenn ich einmal „groß bin“.

Jetzt drängt sich die Frage fast schon auf: Wann ist man denn „groß“? Mit nun mehr als 30 Jahren Lebenserfahrung kann ich sagen: Nie! Eigentlich fühlt sich mein Leben schon immer so an, als würde ich noch darauf warten, endlich erwachsen zu werden. Ich liebe es nach wie vor zu träumen. Ich kann und möchte mich genauso wenig festlegen, welchen Beruf ich nun „für immer“ ausübe. Denn wer weiß schon, welche Möglichkeiten noch auf mich warten?!

Leider wird das Träumen jäh von der Realität unterbrochen…

Man muss die Miete und seine Rechnungen bezahlen, Kredite aufnehmen, Schulden begleichen, Versicherungen abschließen, zur Arbeit gehen…so habe ich mir das „groß sein“ eigentlich nicht vorgestellt. Ich dachte in meiner kindlichen Naivität, dass das Erwachsenwerden ein Schlaraffenland sein muss, in dem ich endlich selbst entscheiden kann, was und wann ich etwas tue. Jetzt, wo mir im Grunde genommen alle Optionen offenstehen, kann ich mich wieder nicht entscheiden…was für ein Dilemma!

Wir beschäftigen uns im Alltag mit so vielen Dingen, die uns keine Freude bereiten. Oder hast du Spaß daran deine Steuererklärung zu machen? Gut, es mag Leute geben, die sich nichts Schöneres vorstellen können. Ich gehöre jedenfalls nicht dazu. Denn: Ich bin eine Träumerin! Das war ich immer und das werde ich wohl auch immer bleiben.

Träume bleiben Träume, wenn wir sie uns nicht erfüllen!

Ich habe mir irgendwann verboten zu träumen, weil die ganze Träumerei mir nur ein schlechtes Gefühl gegeben hat. In meinen Augen waren sie nicht mit der realen Welt vereinbar. Mein Umfeld erwartete von mir, dass ich mich endlich für einen Beruf entscheide. Also ging ich zur Universität und studierte…“irgendwas mit Menschen“ dachte ich, wird schon nicht falsch sein. Nach dem Studium erwartete man von mir, dass ich einen Beruf ergreife. Also ging ich arbeiten. Ich tat das alles aber ohne wirkliche Leidenschaft dahinter– ohne mein Herz. Ich kapselte meine Träume ein und entschied fortan nur noch mit dem Verstand. Das hat mich allerdings immer wieder in Situationen gebracht, die mir nicht gutgetan haben. Gar nicht gut…

Heute habe ich verstanden, dass meine Träume wichtig sind.

Sie sind dazu da, dass ich mir ein Leben gestalte, was mich glücklich macht und erfüllt. Als Kind war mir das alles schon bewusst. Mit den Jahren hatte ich es allerdings wieder vergessen. Ich weiß jetzt, dass ich meinem Herzen folgen muss, um wirklich glücklich zu sein. Der Kopf darf mir dann bei der Umsetzung helfen. Ich möchte wieder mehr meinem Gefühl folgen, der Freude, meiner Intuition.

Der Weg, den ich eingeschlagen habe, war allerdings nicht komplett verkehrt. Er hat mich schließlich hierher und zu dieser Erkenntnis gebracht! Ich erlaube mir heute wieder zu träumen und all die Dinge zu tun, die mich glücklich machen. Dazu gehörte auch, einmal ein Buch zu schreiben. Ich habe lange darüber nachgedacht, es zu tun. Doch vom Nachdenken und davon zu träumen, entsteht kein Buch. Man muss sich hinsetzen und es schreiben. So einfach ist das! Oder nicht…?!

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