Burnout und Sensibilität

In einem meiner letzten Beiträge habe ich von meinem Burnout erzählt. Heute möchte ich dir berichten, wie es dazu kam. Welche Umstände dazu geführt haben, dass ich sprichwörtlich ausbrannte, und was das Ganze mit meiner Hochsensibilität zu tun hat. Es gibt vielleicht einige LeserInnen, die sich gerade oder vor einiger Zeit in einer ähnlichen Situation befunden haben. Ich möchte meine Erkenntnisse der letzten Tage und Wochen daher gerne hier mit dir teilen.

Hat mich die Arbeit oder die Hochsensibilität krank gemacht?

Das ist die Gretchenfrage, die ich mir in den letzten Wochen ständig gestellt habe. Das ist so ein bisschen, wie bei dem Huhn und dem Ei. Welches war denn nun zuerst da? Und in meinem Fall: Was war die Ursache für den Burnout? Heute bin ich mir ziemlich sicher, dass es eine Kombination beider Faktoren war, die mich an den Punkt gebracht haben, an dem ich einfach nicht wusste, wie es weiter geht. Eines wusste ich jedenfalls ganz sicher: So wie bisher…auf gar keinen Fall!

Sind wir „Sensibelchen“ zu sensibel für die Arbeitswelt?

Auch diese Frage habe ich mir oft gestellt. Bin ich vielleicht einfach nicht dafür gemacht eine 40-Stunden-Woche mit knappem Personal und engen zeitlichen und organisatorischen Vorgaben, problembehaftetem Klientel und in einem schlechten Arbeitsklima zu arbeiten? Habe ich zu hohe Ansprüche? Natürlich weiß ich, dass die Arbeitswelt kein Schlaraffenland ist, in dem alles durch die rosarote Brille erscheint, sich alle lieb haben und wir unendlich viel Zeit für unsere Aufgaben zur Verfügung haben. Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass es darum geht. Vielmehr sind es die oben beschriebenen Rahmenbedingungen gewesen, die mich aufgrund meiner Sensibilität dauerhaft (und vielleicht schneller) an meine Grenzen gebracht haben.

Was kann ich tun, wenn es mir zu viel wird?

Zuerst würde ich das Gespräch mit meinem Arbeitgeber suchen. Hat dieser Verständnis für meine Situation (das ist natürlich eine wichtige Voraussetzung), kann man gemeinsam über Lösungsansätze sprechen. Reicht es fürs Erste einige Aufgaben an Kollegen abzugeben oder die wöchentliche Arbeitszeit zu reduzieren. Manchmal ist auch der Wechsel in ein anderes Team oder einen anderen Aufgabenbereich sinnvoll. Es kommt ganz auf die Belastungsfaktoren an und die können sehr individuell sein. Hat mein Arbeitsgeber kein Verständnis für meine Situation und habe ich das Gefühl nicht ernst genommen zu werden, sollte ich mir überlegen, ob dies noch der geeignete Arbeitsplatz für mich ist. Auf lange Sicht, ich spreche hier aus Erfahrung, kann eine solche Arbeitsumgebung krank machen. Mir persönlich ist es sehr wichtig, dass ich mich an meinem Arbeitsplatz wohlfühle. Tust du das nicht, dann frage dich, warum das so ist und wie du diese Situation für dich zum Guten ändern kannst. Verharre nicht zu lange in Situationen, die dir nicht gut tun.

Welche Rolle spielen meine Werte?

Als prinzipienorientierter Mensch sind mir meine Werte sehr wichtig. Allerdings habe ich mich erst kürzlich genauer mit diesem Thema auseinandergesetzt und auf diese Weise noch einmal ganz neue Erkenntnisse für mich und meinen beruflichen Weg erhalten. Deine Werte sind dein Fundament fürs Leben – privat wie beruflich. Ich habe meine Werte erst heute noch einmal genauer unter die Lupe genommen und festgestellt, dass ich sowohl für mein Privatleben als auch für mein Berufsleben unterschiedliche Werte definiert habe. Du kannst aber auch deine Werte so bestimmen, dass sie für alle Lebensbereiche gelten. Das bleibt dir selbst überlassen, so wie es sich richtig für dich anfühlt.

Welche Auswirkungen haben meine Werte auf Entscheidungen?

Meine Werte dienen mir als Fundament für alle meine Entscheidungen, so auch für das Arbeitsleben. Wie kann ich mir das praktisch vorstellen? Ich werde dir anhand meiner Werte beispielhaft aufzeigen, welchen Einfluss sie auf meine künftigen beruflichen Entscheidungen haben werden. Da die bisherigen Arbeitsumfelder, in denen ich mich bislang bewegt habe, dazu geführt haben, dass es mir gesundheitlich nicht gut ging, ist Gesundheit mein wichtigster Wert. Ich möchte, dass mich die Arbeit in Zukunft nicht mehr krank macht, aber auch mehr darauf achten, dass ich gut für mich sorge. Dazu zählt z.B. genügend erholsame Pausen zu machen, besser „Nein“ sagen lernen, auf eine ausgewogene Ernährung und Bewegung zu achten und insgesamt einen guten Ausgleich zur Arbeit zu finden. Mein zweiter Wert lautet Empathie. Ich möchte in einem Arbeitsumfeld arbeiten, in dem Kollegen und Vorgesetzte sich gegenseitig unterstützen und einen freundlichen Umgang miteinander pflegen. Ich selbst möchte meinen Betrag dazu leisten und mich entsprechend verhalten. No Go’s am Arbeitsplatz sind für mich Mobbing, Ausgrenzung, Lästereien und Beleidigungen in jeder Form. Aber auch cholerische Ausbrüche sind meines Erachtens bei der Arbeit völlig fehl am Platz. Mir ist außerdem eine offene Kommunikation sehr wichtig, weshalb der dritte und letzte Wert Offenheit heißt. So kann ich sicher gehen, mich mit jedwedem Anliegen an Kollegen und Vorgesetzte wenden zu können, ohne dafür abgewertet zu werden. Zu Offenheit zähle ich aber auch Toleranz gegenüber dem anderen und offen zu sein für neue Ideen und Anregungen.

Was ist dir wichtig bei der Arbeit?

Egal wie sich mein beruflicher Weg nun weiter entwickeln wird, ich werde meinen Werten treu bleiben so gut es geht. Gesundheit, Empathie und Offenheit sollen Teil meines Arbeitsalltags werden, damit ich nicht wieder in dieselbe Überforderungssituation komme. Wie steht es bei dir? Hast du dich schon mit deinen Werten auseinander gesetzt? Wie helfen sie dir in deinem (Arbeits-)alltag ? Schreibe mir gerne einen Kommentar, auch wenn du selbst schon Erfahrung mit Burnout hattest. Du kannst mich auch auf Instagram besuchen, wenn du magst. Da gibt es regelmäßig kurze Impulse von mir und ich teile meine eigenen aber auch die Erkenntnisse von anderen Hochsensiblen. Ich freue mich von dir zu lesen!

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